Veränderung

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Vor ein paar Tagen habe ich ein wenig umgeräumt und mir eine kleine Schreibecke im Schlafzimmer eingerichtet, extra für meine Morgenseiten. Die habe ich in den letzten Monaten im Bett geschrieben, mit einer Kanne Tee auf dem Tablett neben mir und noch eingehüllt in die Traumwärme. Am Tisch schreiben sich die Seiten anders. Ich mag nicht im Schlafanzug da sitzen und auch das ungemachte Bett stört mich. Also muss ich erst ins Bad, dann das Bett machen – und schon hat mein Tag auf eine andere Weise angefangen. Weiterlesen

Geschenkt

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„Das Leben schuldet dir nichts, aber du kannst dir vieles von ihm schenken lassen“. Dieses Zitat von Mohsen Charifi habe ich als Signatur einer Forenschreiberin kennengelernt. Und immer wieder kommt es mir in den Sinn. Gestern zum Beispiel, als ich mir nach einem langen Tag am Saatgutverkaufstisch unseres Gartentages noch diese acht kleinen Veilchen gepflückt habe. Sie duften sogar. Auch wenn ich das im Moment wegen Heuschnupfen nur ahnen kann. Weiterlesen

Halbmondnacht

Die Luft ist lind, anders kann man es nicht nennen, im Englischen heißt das ‚balmy night‘. Ich kann mich gut an den Abend erinnern, an dem ich diesen Ausdruck zum ersten Mal verwendet habe: vor einem Vierteljahrhundert in New York, an einem Aprilabend. Wir hatten chinesisch gegessen in der Mott Street und wollten gegenüber bei einem Italiener noch etwas trinken. Man ging durch den Laden in den Hinterhof, der Kies knirschte unter den Schritten und um die Kastanie, deren Knospen gerade aufsprangen, war eine Girlande aus bunten Glühbirnen gewunden.  Weiterlesen

Versuch

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Die Stadt probt Sommer. Die Nächte sind mild, die Tische vor den Kneipen voll, die Straßenmusiker wieder unterwegs. An den Kulissen wird noch gearbeitet, das erste Grün wirkt etwas verloren. Die Knospen platzen, man kann es beinahe hören: Kastanien, Magnolien, Holunder zeigen die ersten Spitzen. Ein Hauch von Heuschnupfen weht vorüber. Und am Himmel hängt ein Halbmond wie gemalt. Weiterlesen

Premiere

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Ein winziger Ausschnitt aus meinem Beet, vielleicht handtellergroß. Herbstlaub. Ein Stück Rinde von einer Platane, bewachsen mit Flechten. Ein Zuckerhutsalat, der den Winter überstanden hat, vielleicht wächst er noch ein wenig, jetzt, wo es wärmer wird. Weiterlesen