Baumpflege

DSCI0022 Zeit, mal wieder nach meinem Zimmerbaum zu sehen – hier im April 2013,  im November 2013 und im letzten Jahr. Er hat viele neue Triebe bekommen. Und da wächst noch etwas: DSCI0023

 

 

 

 

 

Ein zweiter kleiner Baum, ein Sämling aus dem Garten. Ob er im Herbst seine Blätter abwirft?

 

Mein Zimmerbaum liegt mir sehr am Herzen. 1986 habe ich ihn als Ableger aus meinem Elternhaus bekommen. Damals hatte ich ein breites Fensterbrett nach Süden, auf dem sonnenliebende Pflanzen prächtig gediehen. Als ich nach Berlin zog, hatte ich zunächst nur ein Zimmer nach Norden, auf den Hinterhof hinaus, zu dunkel für Pflanzen. Ich nahm nur den Zimmerbaum mit, der in den Jahren seither groß und stattlich geworden ist. Beim letzten Umzug, auch schon wieder sechs Jahre her, hatte er schwer gelitten, ein großer Ast war herausgebrochen, ich habe sehr darum getrauert und alles getan, damit der Rest der Pflanze überlebt. Das war nicht immer einfach, das Licht hier in der Wohnung ist nicht ideal, es fehlt ein Sommerquartier. Um so mehr freue ich mich, dass der Baum sich so gut gemacht hat. Inzwischen ist er schon wieder so groß und schwer, dass es Mühe macht, ihn in die Badewanne zu schleppen, wo ich von Zeit zu Zeit den Staub abbrause.

Um ihn wieder in Balance zu bringen, habe ich einen Teil der Zweige herausgebrochen:DSCI0024Sieht aus wie ein Gemetzel und fühlte sich auch so an, mir tat es fast weh und ich redete dabei beruhigend auf die Pflanze ein, vielleicht half es. Diesmal habe ich die Zweige nicht ins Wasser gestellt, es war schon letztes Mal nicht einfach, Abnehmer für die Ableger zu finden – seltsamerweise finden die meisten Leute diese Pflanze nicht halb so schön wie ich.

Auch ich muss meine eigene im letzten Jahr wiedergefundene Balance noch stabilisieren. Vorigen Sommer dachte ich darüber nach, umzuziehen. Gestern abend saß ich mit einer Gartennachbarin zusammen und wir überlegten, nächstes Jahr unsere Beete im Gemeinschaftsgarten aufzugeben. Im siebten Sommer sind wir jetzt, der Boden wirkt ausgelaugt, nicht jede Saat geht auf, vieles wächst so langsam, dass wir die Geduld verlieren. Wir lassen demnächst Bodenproben nehmen, um herauszufinden, was ihm fehlt, was wir verändern können, damit die Ernten wieder üppiger ausfallen. Die Gruppe zerfällt langsam, von der Gemeinschaft ist nicht mehr viel übrig. Zeit für etwas Neues. DSCI0025 Bis es soweit ist, werde ich mich gut um meinen Zimmerbaum kümmern, den ich jetzt mit der schwachen Seite zum Licht drehe, damit die sich gut entwickeln kann, den ich bis zum Herbst einmal in der Woche düngen, hin und wieder in die Badewanne schleppen und mit dem ich ab und zu reden werde. Und das kleine fremde Pflänzchen unten neben dem dicken Stamm werde ich beobachten und es, wenn es groß genug ist, in die Freiheit entlassen. Denn ein echter Baum gehört ins Freie, an einen Platz, wo er sich entfalten kann.

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Tauschgeschäft

Die Knäuelgeschichte ist zu einem guten Ende gekommen. Aus dem Knäuel wurde eine Matte:

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Und die habe ich eingetauscht gegen eine Bluse:

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Sie stammt von Anna Klebe, die in Hamburg sehr schöne Kleidung entwirft, wie man auf ihrer Seite sehen kann. Die Bluse ist aus einem ganz feinen Baumwollstoff, der sich glatt und weich zugleich anfühlt und ganz einfach zu bügeln ist. Sie trägt sich sehr gut, die Farbe steht mir und passt zu meinen Sachen. Und sie ist mir ein Zeichen dafür, was aus produktiver Knäuelarbeit werden kann. Mir sind einige Dinge klargeworden, was mein berufliches Auftreten betrifft. Ich werde diese Bluse oft tragen, weil sie mir so gut gefällt und mich daran erinnern wird, welche Gedanken mir durch den Kopf gingen im Frühjahr 2015, als ich mich ein paar Wochen lang mit dem Knäuel in meinem Bauch beschäftigt habe. Und vielleicht bringt sie mir Glück auf meiner Suche nach Aufträgen, die mir Freude machen und die ich ohne Bauchschmerzen gern erledige.